Theoretische und praktische Ausbildung

Die Logopädie beruht auf interdisziplinären Grundlagen. Logopäden/-innen benötigten Wissen und ‚Handwerkszeug‘ aus vielen verschiedenen Bereichen. Nur so können sie ihre Aufgaben – Diagnostik, Therapie, Beratung und Prävention – erfolgreich erfüllen. Die Ausbildung umfasst daher neben den spezifisch logopädischen Fächern wie z.B. „myofunktionelle Störungen“ oder „neurogene Sprech-, Sprach- und Kommunikationsstörungen“ auch Inhalte aus Linguistik und Phonetik, Medizin (u.a. Anatomie, HNO, Phoniatrie, Pädiatrie, Neurologie und Psychiatrie), Pädagogik und Sonderpädagogik (Hörgeschädigtenpädagogik) sowie Psychologie.

Ein wichtiges Ausbildungsziel ist es, die theoretischen Grundlagen mit den Anforderungen der klinisch-therapeutischen Praxis zu verbinden. So führt jede/-r Schüler/-in in der Schule unter Anleitung einer Lehrlogopädin eigene Therapien an "echten" Patienten durch.

Unter Anleitung und fachlicher Supervision der Lehrlogopädinnen entwickeln und vertiefen die Auszubildenden in der Schule ihre fachspezifischen praktischen Fertigkeiten. Als Mitglied eines Therapeuten-Teams (Therapeut/-in, Co-Therapeut/-in, Hospitant/-in, Lehrlogopädin) arbeiten sie mit Patienten/-innen jeden Alters und unterschiedlichen Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Kommunikationsstörungen. Auf diese Weise lernen die Auszubildenden die relevanten logopädischen Störungsbilder kennen, um ihr Wissen über deren Diagnose und Behandlung in der Praxis ihres späteren Berufsfeldes anwenden zu können. Die Auszubildenden entwickeln ihre Fähigkeit zur klinisch-praktischen Entscheidungsfindung und Reflexion, sie lernen (evidenzbasierte) therapeutische Maßnahmen zu planen, zu begründen, durchzuführen und zu evaluieren. Hierbei unterstützen die Lehrlogopädinnen die Auszubildenden in der ausführlichen Vor- und Nachbereitung der therapeutischen Tätigkeiten. Jede Therapiestunde wird mit der Lehrlogopädin sowohl mündlich, als auch schriftlich reflektiert. Die Reflexion über eigene und fremde Therapien gehört ebenso zur praktischen Ausbildung wie Übungen in der Gesprächsführung oder die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten in herausfordernden Situationen.

Neben der internen praktischen Ausbildung absolviert jede/-r Schüler/-in  vier externe Praktika (jeweils 4-6 Wochen) mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.

  • Hospitationspraktikum (Kindergarten- und Tagespflege)
  • kindliche Sprachstörungen
  • Stimmstörungen
  • Neurologische Störungen